Wolfgang`s Angelseite


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4. Tag

Angelberichte > Angeln in Jämtland

Aus unerklärlichen Gründen werde ich wach. Es ist hell draußen. Ich blinzle auf meine Armbanduhr. Kurz nach 3.
Ich ziehe die Gardine etwas zurück und lasse meinen Blick umherschweifen. Die Sonne scheint und ein Hase sitzt auf der Straße und hoppelt geradewegs zu Nachbars Blumenbeet. Er lässt es sich schmecken. Unwillkürlich muss ich an eine Hasenohrnymphe denken.

Ich überlege ob ich Hans-Eckhard wecken soll. Wir könnten gemütlich frühstücken und uns dann auf den 1½ stündigen Weg zum Damån machen. Aber mir fällt noch rechtzeitig genug ein, dass Hans-Eckhard sich eine neue Fliegenrute kaufen wollte.

Eine 4-teilige Reiserute, wie meine, soll es sein. Nun denn. Da die Geschäfte erst um 9 Uhr öffnen hat ein jetziger Aufbruch keinen Sinn. Ich schließe die Augen und versuche noch etwas Schlaf zu bekommen. Es wird bestimmt ein anstrengender Tag werden.
Ich wälze mich noch ein paar mal im Bett umher, dann finde ich wieder Schlaf. Ich höre Schritte im Haus. Hans-Eckhard ist wach.

Was sagt die Uhr ? Viertel nach 8. Passt. Also raus aus den Federn. „Na du Penner, auch schon wach“?
„Dir auch einen schönen guten Morgen“ gebe ich zur Antwort. Ich erzähle ihm von dem Hasen.
„Warum hast du ihn nicht rasiert? Hätten wir prima Dubbing gehabt“. „Ja“ sage ich „und das auch noch frisch“.

Eine Stunde später sind wir auf dem Weg zum Damån. In Krokom, direkt an der E 75 halten wir. Ich betanke unseren Wagen während Hans-Eckhard schon ins gegenüberliegende Sportgeschäft geht um nach einer geeigneten Fliegenrute zu sehen.

Ich komme gerade dazu als ein junger Verkäufer eine Rute aus dem Etui zieht und sie zur Begutachtung an mein Bruderherz übergibt.
Ich lasse sie erst einmal alleine und wende mich den an der Wand hängenden Fliegen zu. Für den Preis mache ich mir keinen Knoten in die Finger. Ich wähle je eine Klinkhamer Größe 14 mit braunem und Oliven Körper aus. Ab ins Körbchen.

Danach finden noch 3 Maifliegen in verschiedenen Farben, 5 verschiedene kleine Trockenfliegen und diverse Nymphen ( die waren einfach zu schön ) den Weg in den Einkaufskorb. „Komma’ her“. Dieser freundlichen Aufforderung kann ich mich nicht entziehen.

„Guck mal’, meinste die ist’ was“? Stolz hält Hans-Eckhard mir die Rute unter die Nase. Ich begutachte das edle Teil und Frage was der Spaß kosten soll. „Iss’n Sonderpreis. Rute, Rolle mit Schwimmschnur AFTMA Größe 6 und Backing für umgerechnet 80 €“.

Bevor ich meine Zustimmung abgeben kann, mischt sich der freundliche junge Verkäufer ein. Er nimmt mir höflich, aber bestimmt die Rute aus der Hand.

„Sie können sie gerne mal testen. Ich mache ihnen eine Fliege dran und dann könne sie die Wurfeigenschaften draußen testen“.
Während er das sagt hat er auch schon ein eine Vorfachspule in der Hand und beginnt das Vorfach mit der Hauptschnur zu verbinden.

Ruckzuck hat er 2 m Vorfach von der Spule abgezogen. Mit einem gekonnten Biss wird das Vorfach von der Spule getrennt.
Eine Fliege von der Wand nehmen und an das Vorfach anbinden ist eine fließende Bewegung.

Wir sind begeistert.

Keine Minute später stehen wir zu dritt auf dem Parkplatz vor dem Laden. Hans-Eckhard will schon zum Schwung ansetzen.
„Nein, nicht hier. Geh’ doch lieber runter an den Teich. Da haben wir extra ein paar Fische eingesetzt“. Der Verkäufer zeigt auf einen kleinen, künstlichen Teich unterhalb des Parkplatzes.

So einen Services würde ich mir bei uns in Deutschland wünschen. Knapp 20 Schritt zur E 75 liegt ein kleiner Ententeich.

Hans-Eckhard setzt zum Schwung an und zieht Schnur von der Rolle.

Sieht gut aus. Die Rute scheint O.K. zu sein.

Ein paar Probewürfe später ist die Entscheidung gefallen. Die Rute samt Rolle und Schnur wechselt, in einem schicken Etui verpackt, den Besitzer.

Hans-Eckhard beim Rutentest

Wir fahren auf der E 75 weiter nach Westen in Richtung Trondheim. Eine knappe Stunde später haben wir unsere Angelkarten in der Hand. Jetzt müssen wir nur noch suchen, wie wir an die Stelle kommen die wir auf der Karte als lohnend angesehen haben.

Wir fahren die Straße 3 mal hoch und runter. Aber den Weg auf der Karte, der uns zum Damån führen soll, finden wir nicht.
Plötzlich sehe ich, kaum sichtbar, einen Waldweg. Wir fahren den Schotterweg entlang bis wir auf der linken Seite das Wasser durch die Bäume erkennen können. Vor einem alten Holzhaus stellen wir den Wagen ab, schlüpfen in unsere Wathosen und werfen uns unsere Fliegenwesten über.

Es ist trübe, windig und kühl geworden. Von den 15°C am Vormittag ist nicht mehr viel übrig geblieben. Wir stapfen durch den Wald an den Fluss. Einige Minuten später stehen wir am Ufer des Damån. Es fängt an zu regnen. Ein kalter, kräftiger Nordwind bläst uns entgegen. Wir sind „begeistert“.

Vorsichtig waten wir in den wellenüberfluteten Damån hinaus.

Ich knote eine 14-er Fasanenschwanznymphe an das Vorfach und nehme den Kampf gegen den Wind auf der mir direkt ins Gesicht bläst. Die Würfe sind Schwerstarbeit. Die erzielten Weiten mehr als dürftig. Würfe über 10 m sind nicht drin.


Der Kampf gegen Wind und Wellen.................Eine Windschutzhütte am Damån.............. Die Zwangspause drückt auf das Gemüt

Wir stellen unsere Ruten ab und setzen uns in die Windschutzhütte. Der Regen wird heftiger. Das Gewitter ist jetzt genau über uns. Der Wetterbericht ist hier so präzise wie in Deutschland.

Ich packe ein paar Schokoriegel aus. Während wir die Nervennahrung zu uns nehmen, beratschlagen wir unser weiteres Vorgehen. Wir haben stromab gesehen, dass der Fluss dort eine scharfe Rechtskurve macht. Wir hoffen dort etwas besser vom Wind geschützt zu sein und beschließen es dort zu versuchen. Nach halbstündigem Aufenthalt im Windschutz machen wir uns auf den Weg.

Eine viertel Stunde später stehen wir, windgeschützt, an der Flussbiegung.

Die Rechtskurve wird befischt

Der Untergrund ist gut zu erkennen. Aber Fische sehen wir keine.

Der Damån ist hier ca. 20 m breit. Er fließt hier mäßig schnell über den kiesigen Grund und wird durch die Biegung, dass ruhigere, tiefere Wasser und die Verbreiterung des Flusses an dieser Stelle in seiner Strömungsgeschwindigkeit abgebremst.
Nach der Rechtskurve und dem tieferen, langsam fließenden Teilstück nimmt der Fluss wieder Fahrt auf. An dieser Stelle versucht Hans-Eckhard sein Glück. Ich bleibe an dem langsam fließenden, stillwasserähnlichen Teilstück.

Ich werfe meine Nymphe schräg nach links in die Strömung um die Nymphe von dort in das tiefere Wasser zu führen und ihr Zeit zum Absinken zu geben. Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit diversen Nymphenmustern schaue ich mir diesen Platz intensiver an.

Sieht hier aus wie in Alaska am litte Tok-River ( siehe „Angeln in Alaska“ ).

Ich erinnere mich an diesen kleinen Fluss. Auch dort war die Strömung mäßig und das Wasser so klar, dass man bis auf den Grund sehen konnte. Ich machte damals an diesem Platz keinerlei Fische aus und so übergab ich meiner Frau die mit einem winzigen Meppsspinner bestückte Spinnrute, so wie unsere beiden Töchter. Für mich war klar, dass ich jetzt unterhalb der Highwaybrücke in Ruhe angeln konnte ohne gestört zu werden.

Aber kaum hatte ich meine Nymphe ausgeworfen, kam auch schon unsere ältere Tochter mit der Nachricht, ich sollte doch bitteschön den Fisch von der Angel meiner Jüngsten abmachen. Dieser Vorgang wiederholte sich 5 mal. Nur mit dem Unterschied das die Fängerin immer eine andere war. Ich kam nicht zum Fischen und beschloss bei dem Standort meiner Familie, direkt am Rastplatz zu bleiben.

Das einzige Familienmitglied das noch keinen Fisch gefangen hatte war ich.

Um es kurz zu machen. Wir fingen insgesamt 9 Äschen in 30 Minuten. Aber nicht eine habe ich in dem klaren Wasser erkennen können bevor sie am Haken saß.

Da stand ich nun am Ufer des Damån. Frustriert und Fischlos.

Wenn es hier ist wie in Alaska, dann müssten hier auch Äschen sein. Und wenn die keine Lust auf Nymphen haben, warum nicht mal eine dicke Trockenfliege servieren und eine Äsche oder Forelle aus der Tiefe locken ? Für so einen fetten Happen kann man sich doch mal in Bewegung setzen und zur Oberfläche steigen. Es ist hier in der Gegenströmung fast wie an einem See.

Gut, Insekten sieht man keine steigen. Aber was soll’s. Ob ich mit Nymphen und Nassfliegen nichts fange oder mit einer Trockenen ist doch egal. Ich hole meine Trockenfliegendose aus der Weste. Eine braune Köcherfliege soll es richten.
Überhaupt sind Köcherfliegen und Eintagsfliegenmuster in allen Variationen in Jämtland erste Wahl.

Die „European 12“ ist ein weit verbreitetes Muster in Jämtland, das gerne im Sommer gefischt wird.

Der Regen hat aufgehört. Wir sind Petrus dankbar. Auch den starken Wind spürt man an dieser Stelle kaum.
Ich bringe mich links vom „Pool“ in Position. Das Vorfach wird von mir dünn eingefettet um ein Abheben der Fliege von der Oberfläche zu erleichtern.

Ich platziere meine Trockenfliege am Auslauf der Strömung. Von dort treibt das braune Prachtstück in die Gegenströmung.
Kurz bevor die Hauptströmung meine Fliege wieder erfasst, hebe ich sie mit einem Rückschwung von der Oberfläche und lege sie wieder am Auslauf der Hauptströmung ab.

Gemächlich auf der Oberfläche, gegen die Hauptströmung treibend, beobachte ich meine Fliege. Sie schwimmt ausgezeichnet. Sieht wirklich schön aus wie sie so auf dem Wasser liegt.

Wie aus dem Nichts blitzt es silbern im Wasser auf und reißt mich aus meinen Gedanken. Bevor ich mir darüber Gedanken machen kann wird meine Fliege eingeschlürft.

Ein Anhieb ist gar nicht nötig. Der Räuber ist gleich wieder abgetaucht und hat sich selbst gehakt. Gut so.

Am Biegen der Rute merke ich, dass der Flossenträger einer von der größeren Sorte ist.

Einer Äsche blieb meine Trockenfliege wohl nicht verborgen. Diesen Happen wollte sie sich nicht entgehen lassen. Das hat sie nun davon.

Wilde Fluchten nach allen Seiten. Und immer wieder ordentlich mit dem Kopf schütteln um das Eisen aus dem Maul zu befreien. Nein mein Freund, nicht mit mir. Die Rute federt die ruckartigen Kapriolen bestens ab.

Ich drille meinen Gegner an die Oberfläche um einen Blick erhaschen zu können. Ja, es ist eine Äsche.
Sie versucht noch einmal abzutauchen, aber diese letzte Flucht wird auch pariert. Schließlich ergibt sich die Fahnenträgerin ihrem Schicksal und ist zur Landung bereit. Ich führe sie vorsichtig über meinen Kescher. Geschafft.

Hans-Eckhard ist der Drill nicht verborgen geblieben. Er steht ein paar Schritte entfernt, beglückwünscht mich und zückt die Digitalkamera.
Ich tauche meine Hände in das kalte Wasser. Mit nassen Händen, um den Fisch so wenig wie möglich zu schädigen, befreie ich meinen Fang von der Fliege und halte ihn in die Linse.

Noch einmal ein kurzer Blick auf das schöne Stück und dann setze ich sie wieder schonend in ihr nasses Element zurück.
„Was hasst’n drauf ?“. Die Frage musste kommen. „Eine braune Trockenfliege“. Ich halte sie meinem Bruder unter die Nase.
„Hier steigt doch gar nichts, wieso fischst du da mit einer Trockenen ?“ Ich erzähle ihm von meinem Alaskaerlebnis.

„Mit einer Trockenfliege, dass gibt’s doch gar nicht“. Er dreht sich um, geht wieder stromab, nimmt seine Rute vom kiesigen Ufer und beginnt wieder seine neue Rute zu schwingen. Ich schneide die Trockenfliege ab und knüpfe wieder eine braune Goldkopfnymphe an mein Vorfach. Dass es hier Äschen gibt haben wir eben gemerkt. Wo eine ist, da ist auch eine andere.

Ich bin auf das Anknüpfen konzentriert und fahre erschreckt zusammen als mich jemand auf Schwedisch anspricht.
Es ist der Angler den wir schon stromauf gesehen hatten. Er hat wohl den Drill bemerkt.

„War das eine Äsche die du gefangen hast“ fragt er mich und zündet sich eine Zigarette an.

„Ja“ antworte ich, „die war ganz ordentlich“. „Ja, das hier ist das beste Stück auf Äschen“. Er nimmt einen tiefen Zug von seiner Zigarette. „Heute auch schon was gefangen?“ „Nein“.

Er nimmt wieder einen tiefen Zug und bläst mir seinen Rauch ins Gesicht. Ob er brüskiert ist das Touristen an „seinem Platz“ angeln und Fische fangen ? Die 12-er Goldkopfnymphe hängt jetzt an meiner 3 m langen 12-er Vorfachspitze.

Die Stille zwischen uns ist mir unangenehm. Ich nehme das Gespräch wieder auf und frage ihn ob er öfter hier herkommt.
„Manchmal“. Ich drehe meinen Kopf etwas zur Seite um der Rauchschwade auszuweichen.
Besonders gesprächig ist der Kamerad nicht gerade. „Vielleicht klappt es ja noch. Mit was fischst du ? Auch mit Nymphe ?“
„Ja“. Wieder folgt ein tiefer Zug an der Zigarette. Ich lasse nicht locker. „Tief gefischt oder Aufsteiger ?“.
„Beides“. Ich habe keine Lust mehr auf einseitige Konversation und beginne die Rute zu schwingen.

Ich wünsche ihm noch viel Glück und lege die Schnur schräg stromauf um der Nymphe Zeit zum Absinken zu geben.
Beim dritten Wurf bleibt die Schnur „stehen“. Ich schlage vorsichtig aus dem Handgelenk heraus an.
Es zappelt etwas am anderen Ende. Nach kurzem Drill lande ich eine weitere, wenn auch kleinere Äsche.
Ich führe sie vorsichtig zu mir heran, löse sie vorsichtig vom Haken und entlasse sie wieder in ihr Reich.

Das war wohl zu viel für meinen schwedischen Kameraden. Einen gefangenen Fisch, der das Mindestmaß hat, wieder schwimmen zu lassen ! Er dreht sich mit einem kurzen Abschiedsgruß um und geht.

Es hat aufgehört zu regnen. Irgendwie scheint es gleich wärmer zu werden.
Ich fange in der folgenden halben Stunde noch 2 weitere Äschen und eine Bachforelle.

So viel Erfolg lockt meinen Mitfahrer heran.

Hans-Eckhard will es auch einmal am „Pooleinlauf“ versuchen.

Wir fischen jeden Quadratmeter des kiesigen Untergrundes ab. In der nächsten Stunde gehen uns noch 3 weitere Fische auf den Leim.
Es regnet wieder. Eine Köcherfliege segelt an mir vorbei und setzt sich aufs Wasser. Wie ein kleines Boot treibt sie gemächlich stromab. Ich verfolge sie mit meinem Blick. Das ist doch ein rechter Happen für unsere feuchten Freunde.
Ich rechne jeden Augenblick mit einem steigenden Fisch. Aber völlig unbehelligt fliegt die Köcherfliege wieder auf.

Der Insektenschlupf ist einfach nicht stark genug. Es ist noch zu kalt. Die einzelnen Insekten die Schlüpfen, können die Fische noch nicht in einen Fressrausch treiben. Es müsste unbedingt mal richtig warm werden. Dann wäre hier was los.

Der Gedanke an einen starken Insektenschlupf und steigfreudige, gierige Fische lässt mich unkonzentriert werden.
Ich habe wohl eben einen Anbiss verschlafen. Der Regen und Wind nimmt zu. Das Wasser beginnt sich wieder zu kräuseln.

Ich befestige einen Bissanzeiger ans Ende meiner Fliegenschnur. Das verhilft mir zu einer weiteren maßigen Äsche.




Es wird immer ungemütlicher hier draußen. Langsam verlieren wir die Lust uns weiter bei diesem Wetter am Wasser rum zu treiben.
Wir gehen zum Auto zurück und lassen es uns erst einmal gut schmecken. Es ist kurz nach 19 Uhr.

Wir sind uns einig noch einmal an eine andere Stelle des Damån zu fahren. Auf der Karte fällt uns ein Stück auf das Stromschnellen aufweist und an dem sich der Fluss verbreitert. Da wollen wir hin.

Knappe 20 Minuten später haben wir den Wagen geparkt und sind Abmarsch bereit.
Wir laufen durch den Wald. Es gibt einen, wohl von Anglern getretenen, kleinen Pfad der durch den dichten, dunklen Wald führt.
Nach 5 Minuten sehen wir den Fluss. Nur dumm das es Steilufer ist und wir ungefähr 5 m über ihm sind.

Wir laufen weiter stromab. Der Regen hat aufgehört und die Sonne kommt langsam mit Macht durch die Wolken. Es wird merklich wärmer. Der Trampelpfad führt vom Wasser fort wieder in den Wald.

Nach weiteren 10 Minuten sind wir wieder am Fluss. Dieses mal aber bestimmt 10 m über seiner Wasseroberfläche. Wir schauen hinunter. Tolle Stelle, wenn man hinkäme. Es macht sich Unmut bei uns breit. Wir merken nun, dass eine Neoprenhose richtig wärmen kann. Wir laufen weitere 10 Minuten. Ich fange an zu Transpirieren.

Ich habe mein Hemd aufgeknöpft und die Neoprenhose von den Schultern gestreift.

Hans-Eckhard fängt an zu Schimpfen. Ist für mich nichts neues, aber es amüsiert mich immer wieder.

Endlich können wir ans Wasser. Ich kämpfe mich durch die Büsche und stelle mich auf einen großen Stein.
Rückschwünge sind nicht möglich. Die Bäume gehen direkt bis ans Wasser.

Der Damån ist hier schnell fließend, sehr tief und riesige Felsbrocken liegen im Wasser. Dahinter muss doch etwas zu fangen sein.
Ich wähle die schweren Tungsten Nymphen um schnell auf Tiefe zu kommen. Parallel zum Wasser beginne ich mit den kürzen Schwüngen. Es ist ein mühsames Geschäft hier mit der Fliege zu fischen.

Ich verliere in kurzer Zeit 3 Nymphen. Zweimal bleibe ich beim Rückschwung im Baum hängen und einmal reiße ich das Vorfach an einem Stein unterhalb meines Standplatzes ab. Die vierte Nymphe bringt mir eine fingerlange Bachforelle.
Vier Nymphen gegen so einen Zwerg, dass hat sich ja gelohnt.

Hans-Eckhard steht etwa 100 m unterhalb von mir. Ich rufe zu ihm hinunter ob wir weiter gehen wollen. Er will auch.

Ich klettere wieder zum Trampelpfad hinauf. Wir stapfen eine weitere viertel Stunde durch den Wald. Kleine Schweißbäche rinnen an mir herunter. Ich transpiriere nicht mehr, ich schwitze. Ich streife die Wathose bis zu den Hüften hinab, was mir das laufen nicht gerade erleichtert. Ganz nah vernehmen wir das Rauschen des Damån.

Es sieht hier genauso aus wie an den anderen Stellen die wir angelaufen haben. Schnellfließendes, tiefes Wasser, dicke Gesteinsbrocken im Fluss und der Uferbewuchs geht bis ans Wasser. Wir beschließen das Angeln einzustellen und es für heute gut sein zu lassen. Eine gute halbe Stunde später sind wir, durchgeschwitzt und erschöpft, an unserem Wagen angekommen.

Ich entledige mich meiner Fliegenweste und ziehe die, auf gefühlte 50°C, warme Wathose aus. Welche Wohltat. Ich habe das Gefühl auf einen Schlag 10 kg abgenommen zu haben.

Wir verstauen unsere Angelausrüstung im Kofferraum und decken unseren Flüssigkeitsbedarf. Jetzt geht es uns besser. Wie spät ? Kurz vor 21 Uhr. Es reicht uns für heute.

Hans-Eckhard ist heute mit Fahren dran.

Prima, da kann ich auf der Heimfahrt die Augen schließen und von den dicken Äschen und Forellen des Damån träumen.

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